Anhangerkupplung nachrüsten

Schnell das Holz vom Baumarkt holen oder die Gartenabfälle zur Deponie bringen. Eine Anhängerkupplung verwandelt selbst kleine PKW in geräumige Transporter. Wir zeigen, wie sich der Haken nachrüsten lässt.

So ein Anhänger ist wirklich praktisch. Gerade Bauherren und Gartenbesitzer wissen die Vorzüge dieser anspruchslosen Lastesel zu schätzen. Mit einer Größe bis 750 Kilo sind die meisten Autobesitzer bestens bedient. Da liegt die Grenze für ungebremste Anhänger, und die lassen sich auch von ungeübten Autofahrern noch gut rangieren – zur Not von Hand.

Ist der Wagen nicht mit dem praktischen Haken ausgerüstet, kein Problem, der Zubehörhandel bietet Nachrüst-Sets. Für unsere Mercedes E-Klasse wählten wir den abnehmbaren Haken von Bosal, komplett mit Elektrosatz für rund 500 Euro. Vorteil, der E-Satz ist auf den Kabelbaum zugeschnitten. Probleme mit den in modernen Autos über Datenbus vernetzten Kabelbäumen lassen sich so vermeiden. Denn wird einfach angeklemmt, hält das Diagnosesystem im Auto den Stromdieb für eine Fehlerquelle. Der Fehlerspeicher füllt sich und kann auf Störung gehen. Aus diesem Grund: Die Montage der Elektrik ist nur ein Job für geübte Bastler.

Kupplungsmontage, Schritt für Schritt: 1 Vor der Montage die Anleitung gründlich studieren. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, Minuspol an der Fahrzeugbatterie abklemmen. Tipp: Stellen Sie vor dem Entfernen des Pols sicher, dass Wegfahrsperre und Radiokode nicht beeinträchtigt beziehungsweise vorhanden sind. 2 Für einen freien Zugang, Verkleidung an Radkästen und Kofferraumboden demontieren,

3 ebenso den Unterbodenschutz an den Aufnahmen entfernen. 4 Unter der Konservierung finden sich Körnerpunkte. Die geben die Punkte für die zu bohrenden Montagelöcher an. 5 Wichtig vor dem Anbau, Bohrlöcher und blankes Blech mit Farbe gründlich vor Rost schützen und ausreichend trocknen lassen. 6 Hilfsrahmen in den Kofferraum einschrauben und 7 alle Bolzen mit vorgegebenem Drehmoment anziehen. 8 Kabelbaum nach Anleitung in den Kabelschächten verlegen. 9 Verbindungen zwischen zwei Kabeln durch Löten hersteilen. 10 Gegen Kurzschluss alle Verbindungen gründlich isolieren. 11 Etwas wackelig, die Einmannmontage; mit Rangierwagenheber als Montagehilfe geht es leichter. 12 Bolzen der Anhängerkupplung von unten in den Hilfsrahmen einschrauben und mit Drehmomentschlüssel nachziehen. Tipp: Prüfen Sie vor dem verschließen der Kabelschächte die Funktion der Elektrik.

TUV-Abnahme und weitere

• Musste früher die Montage einer Anhängerkupplung von TÜV oder Dekra abgenommen werden, ist dies heute zumindest bei neuen Kupplungen einfacher. Versehen mit EG-Typgenehmigung EC 94/20 reicht die Mitnahme der erforderlichen Papiere zum Nachweis aus. Tipp: Anhängerkupplung trotzdem eintragen lassen. Der vorgeschriebene Anbau wird zur eigenen Sicherheit geprüft. Steht der Einbau in den KFZ-Papieren, muss der Zettelwust nicht mehr mitgenommen werden.

• Viel auf der Autobahn unterwegs? Da kann das Tempolimit von 80 km/h schnell nerven. Besser fährt es sich mit der 100-km/h-Freigabe. Erfüllt die Kombination Anhänger – PKW
bestimmte Bedingungen -zum Beispiel das Zugfahrzeug hat ABS -, wird das Tempolimit raufgesetzt.

• Vorsicht bei besonders schweren Zugfahrzeugen. Laut einem Gerichtsurteil handelt es sich bei Fahrzeugen, die dem Anschein
nach zum Transport bestimmt sind,um LKW, selbst wenn sie in den Fahrzeugpapieren als PKW ausgewiesen sind. Folge: Es gelten LKW-Bestimmungen, zum Beispiel Überholverbote, Sonntagsfahrverbot im Betrieb mit Anhänger.

 

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